Während sechs Monaten haben zwanzig Bürgerinnen und Bürger von 7 bis 70 Jahren einen ganz persönlichen Blick auf den Kern unserer Demokratie geworfen. Das Ergebnis ist ein lustvolles Spiel um Beteiligung und Bequemlichkeit, Macht und Ohnmacht, Politik und Verdruss, Eigeninteressen und Volkes Wille – dort aufgeführt, wo Politik gemacht wird.

Entstanden ist die Idee im Stuttgarter Staatsministerium, Initiatorin ist die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Gisela Erler. Sie möchte im Rahmen des 60-jährigen Landesjubiläums von Baden-Württemberg eine Bühne für kreative Bürgerbeteiligung schaffen. Sieger der landesweiten Ausschreibung wurde die Jung-Agentur „Die Regionauten“ von Harald Kühl und Felix Pfäfflin in Konstanz (D), die Hilde Schneider und Heinke Hartmann mit der Realisierung beauftragte.

Der von den beiden Theatermacherinnen geschriebene Text ist entstanden in Diskussionen mit den Laiendarstellern, die ihre eigenen Erfahrungen einbringen, aber auch nach Recherchen bei unzähligen Initiativen – beim BUND und bei „Wohnen im Alter“, bei der Caritas und bei Behinderten-Verbänden. „Und das alles bringen wir mit einfachsten Mitteln auf die Bühne“.

Die Absicht? „Wenn der Beteiligungsfunke von unseren Schauspielern aufs Publikum überspringt und sich die Zuschauer nicht belehrt, sondern unterhalten fühlen. Und wenn vielleicht die eine oder der andere Lust bekommt, ihre eigenen Belange wieder ernster zu nehmen – ohne sich dabei selber zu ernst zu nehmen“.

Sieben Mal waren die Aufführungen in Konstanz ausverkauft. Jetzt sind weitere Vorstellungen in Herrenberg und Stuttgart geplant. Auf der Facebook-Seite des Projekts sind mehr Informationen zu erhalten und den Trailer findet Ihr bei Vimeo. Ich kann das ungewöhnliche Theaterstück nur empfehlen.

Von Luzia Hafen, 30. Januar 2013, 22:50 Uhr

Seit mehr als drei Jahren habe ich nun einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Nordwestschweiz im Kurs CAS E-Commerce und Online-Marketing. Dort werde ich den Fachbereich Usability & Accessibility vetreten. Der Kurs beginnt am 27. Februar und dauert bis 24. Mai 2013 .  Einen Tag Einführung in die Usability und Accessibility ist sehr sehr kurz, aber ich hoffe bei den Teilnehmenden den Hunger auf mehr wecken zu können. Ich selbst profitiere immer sehr vom Kurs. Nachdem ich in meinem Consulting-Leben die eine Seite des „Schreibtisches“ gesehen habe und jetzt die andere jeden Tag erlebe, kann ich den Teilnehmenden sehr viele unterschiedliche Eindrücke und Erfahrungen weitergeben. Gleichzeitig profitiere ich sehr vom Austausch und den „unverbrauchten“ Ideen und Eindrücken. Mein Einsatz findet am 22. März statt.

Von Luzia Hafen, 15. Januar 2013, 22:03 Uhr

Mehr als zwei Jahre ist der letzte Post her. Nicht, dass mich die Themen Usability und Accessibility nicht mehr beschäftigt hätten. Vielmehr haben sie mich so beschäftigt, dass ich mehr im Doing als im Writing unterwegs war. Nun begleite ich gerade ein grosses Webprojekt – ein Déjà-vu in vielerei Hinsicht. Ein exzellenter Zeitpunkt wieder mit dem Bloggen zu beginnen.

Deshalb direkt die erste Frage, mit der ich mich gerade beschäftige: Warum braucht es einen Usability-Test? Da wird für viel Geld eine Firma mit Experten beschäftigt und dann sagen die so genannten „Experten“, sie müssen ihr Werk auch noch testen?!  Warum das?

  1. Die Experten sind im Laufe des Mandats irgendwann – wie der Kunde es bereits ist – zum „Fachidioten“ geworden. Es fehlt ihnen der notwendige Abstand alleine aus der Kundenperspektive zu argumentieren, deshalb prüfen die Experten im eigenen Interesse, ob ihr Arbeitsresultat tatsächlich User-centered ist.
  2. Jede entwickelte Lösung hat Diskussionsspielraum. Der Kunde meint so, die Experten meinen anders. Wer hat jetzt recht? Vielleicht beide? Am besten ist es, wenn der zukünftige Benutzer dazu gefragt wird – damit sind die Diskussionen auch im Hinblick auf den weiteren Projektverlauf nicht mehr notwendig.
  3. Auch ein Experte kann nicht alles wissen. Im Rahmen der Konzeption wird es immer ungelöste Fragen geben, uneindeutige Use Cases oder schlichtweg mehrere Lösungswege. Diese lassen sich einfach und effizient mit dem zukünftigen Besucher selbst prüfen.

Also, Konzeption mit einer Usability-Firma macht absolut Sinn – einen Usability-Test sollte man sich trotzdem nicht absparen. Nur so ist tatsächlich sicher, dass das Konzept aufgeht und nicht bereits in der Umsetzung wieder erstes Diskussionspotenzial entsteht.

Von Luzia Hafen, 15. Dezember 2012, 22:30 Uhr

Am 4. März 2010 kündete YouTube auf seinem Blog an, dass nun neu Videos automatisch untertitelt werden können. Das besondere dabei ist, dass die Untertitel automatisch generiert werden – über Spracherkennung. Momentan ist der Service leider nur auf englisch verfügbar, soll aber bald in 50 Sprachen verfügbar sein. Der Service basiert auf der Spracherkennung von Google (Google Voice Search).  Der Autor hat die Möglichkeit die Transkripte herunterzuladen und zu korrigieren. Das ist eine wichtige Funktionalität, den nach wie hängt Spracherkennung sehr stark von der „Qualität des Redners“ ab.  Stösst der Besucher auf einen Video, der noch nicht untertitelt ist, kann dieser die Untertitelung auf Knopfdruck vornehmen lassen. Ein erster Schritt in Richtung automatisierter Barrierefreiheit von Videos – spannend!

Screenshot eines Videos mit Anforderung für die Untertitelung

Von Luzia Hafen, 5. März 2010, 17:43 Uhr

Was lange währt ist nun in letzter Lesung erfolgreich abgeschlossen worden, die Verabschiedung der
P028 in der Version 2.

Bereits am 24. August 2009 habe ich von der ersten Vernehmlassung berichtet. Nun hat das Informatikstrategieorgan Bund in der letzten Vernehmlassung am 26. Januar 2010 einstimmig und diskussionslos „durchgewunken“. Zu Reden gab im Vorfeld unter anderem der Aufwand für die Umsetzung der Richtlinie insbesondere bei Multimedia-Inhalten (Flash, PDF, etc.), die deutsche Übersetzung der WCAG 2.0, die schlecht verständlich sei, sowie die Begleitmassnahmen zur langfristigen Gewährleistung der Barrierefreiheit beim Bund.

Die neue Richtlinie ist bereits publiziert und findet sich hier: http://www.isb.admin.ch/themen/standards/alle/03237/index.html?lang=de

Ein Meilenstein für die Barrierefreiheit in der Schweiz! Jetzt gilt es die neue Richtlinie mit dem richtigen Schwung ins reale Internetleben zu überführen.

Von Luzia Hafen, 28. Januar 2010, 14:51 Uhr

Eine weitere positive Nachricht: Ich bin bereits das zweite Mal in die Jury des BIENE-Awards berufen worden. Der BIENE-Award ist der grösste Wettbewerb im Bereich der Barrierefreiheit und zeichnet Webseiten aus, welche konform mit den BIENE-Richtlinien sind. Das heisst, hier wird die WCAG 2.0 schon gelebt!

Zum Bewerbungsschluss am 15. Juli 2009 sind 326 Bewerbungen eingegangen, diese werden nun von einer Fach-Jury bewertet. Die vorsortierten Kandidaten werden dann in einem letzten Schritt am 3. Dezember 2009 final auf ihre Preiswürdigkeit geprüft. Die Preisverleihung findet am Freitag, 4. Dezember 2009 im Postbahnhof in Berlin statt. Ich freue mich sehr, diese Aufgabe übernehmen zu können!

Von Luzia Hafen, 10. September 2009, 10:30 Uhr

Ich freue mich sehr über einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Nordwestschweiz im Kurs Online Content Management. Dort werde ich den Fachbereich Usability & Accessibility vetreten. Der Kurs beginnt am 30. Oktober 2009 und endet am 28. November 2009. Mein Part findet am Samstag, 14. November 2009 statt. Einen Tag Einführung in die Usability und Accessibility, leider etwas kurz, aber in der Hoffnung, dass sich das Engagement ausbauen lässt.

Von Luzia Hafen, 27. August 2009, 10:30 Uhr

Was im Mai 2009 begonnen hat nähert sich langsam dem Ende. Der Entwurf der P028 geht nun in die offizielle Vernehmlassung.  Leider unbeachtet blieben blieben die Forderungen der Menschen mit Hörbehinderung, hier reichte es nur zu einer Empfehlung. Wobei wenn man ehrlich ist, so ändert die Verpflichtung vermutlich auch nicht viel an der Ist-Situation. Diejenigen, die bereits heute schon etwas „tun“, werden weiter tun und diejenigen, welche heute schon ignorieren, werden auch weiterhin „ignorieren“.

Immerhin wird es zukünftig klarere Regelungen in Bezug auf die Qualitätssicherung bei der Umsetzung geben. Dies ist ein klarer Schritt vorwärts.

Ich freue mich auf die neue Gesetzgebung – damit sollte das Thema neuen Schwung erhalten!

Wer schon einmal im Voraus lesen möchte, der sei auf folgende Webseite verwiesen: http://www.bk.admin.ch/org/udpg/00376/02193/02196/index.html?lang=de

Von Luzia Hafen, 24. August 2009, 16:38 Uhr

Schon längstens wollte ich auf ein Theaterprojekt mit sehenden, sehbehinderten und blinden Menschen aus Deutschland und der Schweiz berichten. Das Stück „Ich sehe was was Du nicht siehst“ wurde insgesamt 13 Mal aufgeführt unter anderem auf der Werkstatt Bühne des Stadttheaters Konstanz. Die Aufführungen waren jeweils restlos ausverkauft und man hat sich deshalb entschlossen die Produktion professionell  aufzuzeichnen und mit Audio-Deskription zu versehen.  Wer nicht die Gelegenheit hatte oder sich das Theaterstück noch einmal im heimischen Wohnzimmer anschauen möchte, der kann sich nun die DVD unter folgender Adresse bestellen:  http://www.vdk.de/kv-konstanz/ID71950

Von Luzia Hafen, 23. Juni 2009, 16:43 Uhr

Am Donnerstag, 16. April hat sich nun erstmals seit dem Inkrafttreten der WCAG 2.0 die Weisungskommission zusammengefunden. Ziel ist es zu entscheiden, ob nun die WCAG 2.0 auch in die schweizerische Gesetzgebung Einzug hält und wenn ja, mit welchen Übergangsfristen. Bis im Sommer wird darüber vermutlich Gewissheit bestehen.

Wünschenswert wäre es, wenn die neue P028 das bisher grösste Manko, nämlich die weitgehende Nicht-Beachtung des Bundes bei Kampagnen-Seiten beheben würde. Hier braucht es neue Ideen und ein Verständnis dafür, dass Barrierefreiheit nichts mit dem CI-/CD-Bund zu tun hat, sondern die Barrierefreiheit alle Online-Angebote des Bundes umfasst.

Man darf gespannt sein!

Von Luzia Hafen, 4. Mai 2009, 10:29 Uhr